Abschied von G.. Sie fährt mit dem Zug heim. Ich radle weiter. Es ist wie gestern. Auf oder neben dem Oderdeich. Es rollt gut. Herrliche Natur. Wie gestern begeistern mich die vielen Grossvögel. Schon wieder Seeadler. Toll. Schwarze Kormorane, Fischreiher, viele Störche. Hinter Eisenhüttenstadt mündet die Lausitzer Neiße in die von Osten kommende Oder. Von hier an folge ich dem Radweg der Lausitzer Neiße bis Zittau.

Lange Zeit gibt es keine Möglichkeit zu trinken oder zu essen. Ich passiere fast keine Ortschaft. Und dann ist alles wie ausgestorben. Keine Gastronomie, kein Geschäft, kein Brunnen. Erst um 14 Uhr finde ich eine Tankstelle. Bockwurst, Apfelschorle, Quarkbällchen. Und 2 Riegel KitKat. Dabei erinnere ich  mich an meine Englandbesuche in den frühen 60iger Jahren. Damals aß ich jeden Tag KitKat.

Heute nutze ich viel die stärkere Unterstützung des Boschmotors um das doch heftig schmerzende linke Knie zu entlasten. Deshalb wechsle ich nach 80km den Akku. Oh Schreck: der Ersatzakku ist nur 2 von 5 Strichen geladen. Ich überlege  wann und wo ich die Akkus aufladen kann. meist klappt es bei einem Gastronomiebetrieb. Aber wer weiss, wann überhaupt wieder mal einer kommt in dieser verlassenen Flusslandschaft. Auf einmal ist der Radweg gesperrt. Für Kilometer hopple ich über schwere Eisenplatten. Die einfachste Wegelösung über den Ackerboden für schwere Lastwagen. Es ist sehr staubig. Irgendwann ist die Baustelle für den neuen Damm zu Ende. Und die Natur der Uferlandschaft beeindrucken mich gleich wieder sehr. Doch die Akkuladung schwindet. Dies ist eine der typischen Stresssituationen durch E-Bikes. Die ständige Frage ob die Akkuleistung reicht. Seit dem ich die Eifel verlassen habe war dies kein Thema mehr. Oft reichte 1 Akku für die ganze Tagesetappe im Flachland bei geringster Motorunterstüzung.

An einer 90Grad Biegung sehe ich direkt vor mir ein Schild: kostenlose Akkuladung für E-Bikes an dem Wasserkraftwerk. Es ist ein altes Gebäude. Ich finde keinen Stecker. Ein Mann fährt auf einem Rasenmäher. Er zeigt mir eine Doppelsteckdose am Zaun. Meine Rettung. Das Wasserwerk wurde von einem Fan alter Technik wieder in Kraft gesetzt. Er sammelt auch alte Fahrzeuge. Ich fotographiere einen alten VW Käfer, einen alten Düsenjäger in dem parkartigen Garten. Ruhe auf einer Bank aus. Esse den Rest von der Tankstelle . Nach 1 Stunde sind beide Akkus ausreichend geladen. Glück gehabt. An der Lausitzer Neiße geht es weiter. Später erneute Pause auf einer Bank am Neißeufer unter einer Eiche. Ich übernachte in Bad Muskau in einem schönen Hotel.

Tagesstrecke 130km

Fahrzeit 6.02h