Unmittelbar nach der Vormittagssprechstunde geht es zum Lahrer Bahnhof. Mich erwartet einen umständliche Bahnreise quer durch Deutschland mit 5 x umsteigen. Ob das gut gehen wird mit den Anschlusszügen? Nachdem es in Nürnberg zu fast 30 Minuten Verspätung kommt endet die Anreise mit der Bundesbahn unvorhergesehener Weise in Hof. Der Anschlusszug ist weg. Es gibt keinen Zug mehr nach Dresden. Ich muss in Hof übernachten. Ein Hotel über Booking.com zu suchen klappt sofort.

Am Donnerstag reise ich mit dem Zug bis Dresden. Ich höre in den Nachrichten, dass Frau Merkel  gleichzeitig hier in Dresden ist. Letztes Umsteigen in den Regionalzug nach Zittau. Dann bin ich wieder in dem Ort ganz im Süd-Osten der Bundesrepublick, in dem ich Pfingsten meine Etappe beendete.

Gegen 13 Uhr stehe ich vor dem Rathaus in Zittau. Und wieder geht es los. Weil ich so spät gestartet bin will ich mit zügigem Tempo heute noch 100km fahren. Da ich mich am Sonntag  mit G. treffen möchte und sie – wenn auch schweren Herzen als Mountainbikerin – ein Ebike für diese Tour gebrauchen möchte nutze ich erstmals auf der Tour 3 Akkus mit je 500 Watt. Einen davon wird sie dann übernehmen. Sie wiegen mit den 3 Ladegeräten zusätzlich zirka 8kg. Aber geben viel Power. Also  volle Kraft voraus mit Turbo-Untertützung bei allen Anstiegen.

Es beginnt hügelig. Ich durchradle viele kleine Dörfer mit den typischen Umgebinde-Fachwerkhäusern. Auf deutscher Seite sind die meisten Häuser topp restauriert. Die Grenze zu Tschechien kann ich nicht sehen. Aber es ist sofort an den verfallenen Häusern zu erkennen. In den nächsten Tagen werde ich häufig die Grenze überschreiten. Bin wiedere begeistert, dass dies so unbürokratisch und selbstverständlich möglich ist.

Die Felder und Wiesen werden weniger, Wald beginnt. Er wird mich bis in den bayrischen Wald vorwiegend begleiten. Einsame Forstwege. Ich orientiere mich etwas an der Landkarte. Es ist aber wegen der vielen Berge schwer zu beurteilen, wie die beste Strecke auf den vielen Radwegen zu finden ist. Das Bosch Nyon hilft wieder sehr gut eine schöne Strecke zu finden. Ich erreiche 800 Meter hohe Berge. Die ersten Hinweisschilder auf Skilanglaufstrecken fallen mir auf. Hier gibt es im Winter noch viel Schnee. Ich suche in Altenberg ein Nachtquartier. Kein schöner Ort. Nur auf Wintersport ausgerichtet. Im 1. Gasthof ist nichts zu bekommen. Noch Betriebsferien. Ich werde etwas unruhig. Der Sprint der letzten Stunden war trotz der elektischen Unterstützung anstrengend. Meine Durchschnittleistung in den 4:50h war die höchste der ganzen Tour: 88Watt. Wo soll ich bleiben? Noch in einen anderen Ort radeln? Es ist schon nach 19 Uhr. Wieder in den Ort zurück. Dann finde ich einen  originellen Gasthof. Innen schmücken alle Wände, Schränke, Decken, Fensterbänke  Holzschnitzereien aus dem Erzgebirge. Ein echter Museumsschatz. Engel, Nussknacker,  Schwibbögen, Pyramiden, Lampen und vieles andere mehr. Genieße ein gutes Essen.

Tagesstrecke 109,31km

Höhenmeter 1814